Weggesperrt

Weggesperrt

Warum Gefängnisse niemandem nützen

Wem nützen Gefängnisse und wo richten sie Schaden an? Der Rechtsanwalt und ehemalige Gefängnisdirektor Thomas Galli zeichnet ein differenziertes Bild des Strafvollzugs und zeigt Alternativen zu sinnlosen Haftstrafen auf.

Unbestreitbar gibt es ein Bedürfnis der Gesellschaft nach Strafe: Wer gegen Gesetze verstößt, soll nicht ungeschoren davonkommen. Den Täter zur Verantwortung zu ziehen, ihn zur Reue anzuhalten, abzuschrecken, den Opfern Genugtuung zu verschaffen und die Gesellschaft vor Gefahren zu schützen – das sind die Hoffnungen, die sich an Gefängnisstrafen knüpfen. Aber aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung weiß Thomas Galli: Selten wird auch nur eins dieser Ziele erreicht.

In seiner Streitschrift fordert er daher den weitgehenden Verzicht auf Haftstrafen. Anhand vieler Beispiele aus seiner Praxis zeigt Galli, welche Alternativen bereits existieren, und diskutiert, wie wirkungsvolle Prävention, wie aber auch alternative Überwachung z. B. mittels elektronischer Fußfesseln funktionieren könnte. Den Täter-Opfer-Ausgleich und die Idee der Sühneleistung etwa durch soziale Arbeit beschreibt Galli als Möglichkeit, die Schuld gegenüber Opfern und Gesellschaft abzutragen.

Notorische und hochgefährliche Straftäter sollten auch weiterhin inhaftiert werden, argumentiert Galli, doch für alle anderen brauchen wir einen alternativen, wirkungsvollen Strafvollzug. Welche Schritte dafür nötig sind und wie die Gesellschaft von weniger Gefangenen profitiert, zeigt er in diesem engagierten Buch.

Rezensionen

„Konkrete Vorschläge, wie die Strafen der Zukunft aussehen könnten, runden diese spannende, gut zu lesende Auseinandersetzung mit einem brisanten Thema ab.“
„Bei der Lektüre seines soeben erschienenen Buchs „Weggesperrt“ wird schnell klar: Es geht ihm nicht um Provokation und es treibt ihn kein weltfremder Idealismus. Galli stellt sich schlicht der Erkenntnis, dass unser Strafsystem nicht funktioniert. Und er hat Lösungen.“
Magazin „bodo“ 06/20, S. 21
„„Weggesperrt“ ist ein Weckruf an eine Gesellschaft, die immer noch glaubt, es genüge StraftäterInnen einfach wegzusperren und damit den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten. […] Galli liefert genügend Gesprächs- wenn nicht gar Zündstoff. Es lohnt sich nicht nur, das Buch zu lesen: Es ist spannend zu lesen. Nicht zuletzt wegen der konkreten Geschichten von Inhaftierten, die mehr sind als Illustrationen des Buches. Sie vermögen auf ihre Weise nochmals wachzurütteln und Betroffenheit zu erzeugen. Insgesamt also ein rundum empfehlenswertes Buch, dem man einen großen LeserInnenkreis wünschen kann…“